Sport Austria warnt vor Kürzungen: Sportförderung darf nicht weiter ausgehöhlt werden!
Mit dem Start der Budgetverhandlungen zwischen den Fachministerien und dem Finanzministerium hat für den organisierten Sport in Österreich eine entscheidende Phase begonnen. Auch wenn die groben Eckpunkte bereits stehen, laufen derzeit noch wichtige Detailabstimmungen. Die Sport Austria nutzt diesen Zeitpunkt für eine klare Botschaft: Die zuletzt erhöhte Sportförderung war kein finanzieller Spielraum, sondern lediglich ein notwendiger Ausgleich der Inflation.
Inflationsanpassung statt zusätzlicher Mittel
Im Rahmen eines Gesprächs zwischen Sport Austria-Präsident Hans Niessl und Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt wurde diese Position nochmals deutlich unterstrichen. Niessl betonte, dass die Erhöhung der Besonderen Bundes-Sportförderung in der vergangenen Legislaturperiode „keineswegs als finanzieller Spielraum missverstanden werden dürfe“. Vielmehr habe es sich um eine längst überfällige Anpassung an die Teuerung gehandelt.
Bereits am 5. Oktober 2022 wurde die Anhebung der Fördermittel von rund 80 auf 120 Millionen Euro als wichtiger Schritt begrüßt. Rückblickend stellt sich jedoch klar: Diese Maßnahme glich lediglich den Inflationsverlust der elf Jahre davor aus. Inflationsbereinigt müsste die Förderung mittlerweile sogar bei rund 123 Millionen Euro liegen.
Einsparungen trotz steigender Anforderungen
In der Praxis zeigt sich ein anderes Bild: Anstatt die Inflation auszugleichen, kam es in den Jahren 2025 und 2026 zu Kürzungen von insgesamt rund 30 Millionen Euro jährlich in zentralen Fördertöpfen. Diese Entwicklung bereitet dem organisierten Sport große Sorgen.
Weitere Einschnitte würden sowohl den Spitzensport als auch den Breitensport unmittelbar treffen. Damit wären auch jene positiven Effekte gefährdet, die Sport und Bewegung für Gesundheit, Prävention, Integration und den gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten. Darüber hinaus hat der Sport auch eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung für Österreich.
Quelle Grafik: Sport Austria
ASVÖ unterstützt klare Position des organisierten Sports
Auch der ASVÖ schließt sich dieser Einschätzung an und unterstreicht die Bedeutung einer verlässlichen Sportförderung. Als Dachverband zahlreicher Vereine steht der ASVÖ für nachhaltige Entwicklung, Chancengleichheit und die Stärkung des Ehrenamts.
Die aktuellen Herausforderungen zeigen deutlich, wie wichtig stabile Rahmenbedingungen für die tägliche Vereinsarbeit sind. Eine ausreichende Finanzierung ist nicht nur Grundlage für sportliche Erfolge, sondern auch für die vielfältigen gesellschaftlichen Leistungen, die in den Vereinen erbracht werden – von Gesundheitsförderung über Integration bis hin zur Förderung von Gemeinschaft und Fairness.
Klare Forderung: Investitionen in den Sport stärken
Aus Sicht von Sport Austria braucht es daher ein klares Umdenken. „Was wir jetzt benötigen, ist vielmehr eine Erhöhung der Investitionen in den Sport“, so Niessl. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten sei ein starkes Bekenntnis zum Sportstandort Österreich entscheidend.
Der organisierte Sport – getragen von tausenden engagierten Vereinen und Ehrenamtlichen – leistet täglich einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesellschaft. Um diese Arbeit nachhaltig abzusichern, sind verlässliche Rahmenbedingungen und ausreichende finanzielle Mittel unerlässlich.
© Sport Austria/Michael Meindl
Bild (v.l.n.r.): Sport Austria-Präsident Hans Niessl, Skeleton-Olympiasiegerin Janine Flock und Sport Austria-Geschäftsführer Gerd Bischofter.
