ASVÖ Blog
Was uns im ASVÖ bewegt:

Ausnahmeturner Alfred Schwaiger im Rampenlicht

08. September 2022
Mag.a Isabelle Zekely, MSc
Mag.a Isabelle Zekely, MSc
Öffentlichkeitsarbeit im ASVÖ, begeistert das Wiener Nachwuchstalent und sieht ihn als Vorbild für junge Kunstturner*innen.

Der 16-jährige Kunstturner begeisterte beim Europäischen Olympischen Youth Festival (EYOF) und holte die Bronzemedaille am Pauschenpferd. Bis zu zehn Mal pro Woche trainierte die Olympia-Hoffnung dafür mit seinem Heim-Coach Dieter Egermann. Sportliche Heimat des Wiener Nachwuchstalents ist der ASVÖ-Traditionsverein Penzing-Hietzinger Turnverein (PHTV), der auf eine bewegte Geschichte von knapp 140 Jahren zurückblickt.

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© Dieter Egermann

Erstes Großsportevent für den jungen Kunstturner

„Der Adrenalinschub vor voller Zuschauertribüne verlieh mir zusätzliche Kräfte und sorgte dafür, dass ich noch besser turnte“, kommentierte Alfred „Alfi“ Schwaiger seinen Erfolg bei den 16. Europäischen Olympischen Jugendspielen – bzw. dem Europäischen Olympischen Youth Festival (EYOF) – das vom 24. bis 30. Juli 2022 im slowakischen Banská Bystrica über die Bühne ging. Der Wiener mit südafrikanischen Wurzeln machte bei seinem ersten Großsportevent gleich mit einer Topplatzierung auf sich aufmerksam: Schwaiger gewann die Bronzemedaille am Pauschenpferd und gelang damit der bislang größte österreichische Turnerfolg bei den Europäischen Olympischen Jugend-Festivals.

Mit der drittbesten Qualifikations-Wertung (13.500 Punkte) in die Entscheidung gegangen, nützte Schwaiger seine Chance mit einer nochmaligen Steigerung auf 13.566 Punkte. Damit hielt er seine Final-Kontrahenten aus Italien, Großbritannien, Deutschland und der Schweiz in Schach. Nur der Litauer Kristijonas Padegimas (14.466 Punkte) und der Ukrainer Radomyr Stelmakh (14.066 Punkte) konnten sich vor ihm einreihen.

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©ÖOC/GEPA Pictures

EYOF: Nachwuchsathlet*innen für Einheit und kulturelle Vielfalt im europäischen Sport

Rund 2.300 Sportler*innen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren treten beim EYOF, der größten polysportiven Veranstaltung Europas, die alle zwei Jahre stattfindet, an. Dabei messen sich jugendliche Talente aus 48 Ländern in zehn ausgewählten olympischen Sportarten (Badminton, Basketball, Handball, Judo, Leichtathletik, Rad – Straße, Schwimmen, Tennis, Turnen – Kunstturnen und Volleyball). Doch das EYOF ist nicht bloß reiner sportlicher Vergleich. Vielmehr feiert das Event die Einheit und kulturelle Vielfalt im europäischen Sport. Aus Österreich waren diesmal 47 Aktive dabei und ein Drittel davon kam aus ASVÖ-Vereinen.

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© ÖOC/GEPA Pictures

„Eine wirklich coole Socke“

Begonnen hat die Turn-Laufbahn von Alfi Schwaiger bereits mit sechs Jahren beim ASVÖ-Verein Penzing-Hietzinger Turnverein (PHTV), wo er seine sportliche Heimat fand und noch immer fest verankert ist. Über einen relativ kurzen Zeitraum kann der junge Athlet schon auf eine beachtliche Liste an Erfolgen blicken:

  • 2020: Österreichischer Juniorenmeister Pferd, Bronzemedaille Mehrkampf, Ringe, Reck
  • 2021: Österreichischer Juniorenmeister Mehrkampf, Ringe, Reck, Silbermedaille Pferd, Barren
  • 2021: Internationaler Hungarian JUNIORS Cup Budapest, Goldmedaille Pferd, Bronzemedaille Mehrkampf, Ringe, Reck
  • 2022: DTB-Cup Stuttgart, Bronzemedaille Barren
  • 2022: Österreichischer Juniorenmeister Pferd, Reck, Silbermedaille Ringe, Barren
  • 2022: Europäisches Olympisches Youth Festival (EYOF): 3. Platz Pferd
  • 2022: Junioren Europameisterschaften: 6. Platz Pferd
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    © Dieter Egermann

    Für das EYOF und die kurz darauffolgende Junioren-EM (U18) in München trainierte Schwaiger bis zu zehn Mal pro Woche mit seinem Heim-Coach Dieter Egermann, selbst österreichischer Staatsmeister (Boden, Reck), WM-Teilnehmer, ÖTB-Bundesmeister und Nationaltrainer Österreichs. Der ehemalige Leistungssportler zeigte sich über Schwaigers Erfolg begeistert: „Dieser Bursch ist eine wirklich coole Socke, bravo Alfi.“ Und attestiert der Olympia-Hoffnung großes Potenzial für eine bedeutende internationale Karriere. „Vorerst bleiben ihm allerdings noch zwei Profilierungs-Wettkampfjahre als Junior.“ Übrigens: Den Spagat zwischen Schule und Leistungssport meistert der Profi nach eigenen Aussagen „ziemlich gut“. Dies dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass er eine Sportschule besucht.

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    © Marco Zunt

    Verein mit knapp 140 Jahren Geschichte

    Nicht nur in Sachen Sport finden die rund 200 Mitglieder im PHTV ein Zuhause; im ASVÖ-Verein werden intensive Freundschaften geknüpft. „Gemeinsame Aktivitäten wie Wandertage, Skilager oder gemeinschaftliche Reisen zu Turnieren im In- und Ausland sind Höhepunkte des Vereinslebens und fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl“, ist Elisabeth „Lisl“ Lendl, jahrzehntelang Motor des Wiener Mädchen-Leistungsturnens, überzeugt. Die ehemals erfolgreiche Teilnehmerin an heimischen Kunstturnmeisterschaften, Vorturnerin bei Kindern und Erwachsenen sowie Kampfrichterin bei österreichischen Meisterschaften ist von Kindesbeinen an familiär im PHTV verwurzelt. Genauso ist die Familie Egermann im Verein verankert: Friedel als ehemaliger Vorturner und sein Sohn Dieter als aktueller Trainer und mehrfacher Staatsmeister sowie WM-Teilnehmer. Schließlich, in nächster Generation, sorgen Neffe Julian und seine Schwester Raphaela für große Erfolge. Der traditionsreiche Verein stellt mit seinen breitensportlichen Angeboten für alle Altersgruppen eine Bereicherung für die Wiener Sportwelt dar und hat darüber hinaus eine Reihe an prominenten Spitzenathlet*innen hervorgebracht.

    „Zukunft braucht Herkunft“

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    Getragen wird der PHTV von langjährigen ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen, die unermüdliches Engagement zeigen. Und dies ist gerade in der Jugendarbeit unerlässlich. Denn Individualisierung und die Fülle an Freizeitangeboten sowie digitalen Fitness- und Gesundheitsaktionen macht es für Vereine nicht leicht, neue Mitglieder zu finden. Für den ASVÖ-Traditionsverein, der 1883 auf Anregung des Lehrers Leopold Böck gegründete wurde, gilt es, die positiven Errungenschaften der Vergangenheit erfolgreich in die Zukunft zu tragen. Gleichzeit muss er den Blick immer wieder nach vorne richten. Doch gerade junge Talente zeigen immer wieder, dass sich ein aktives Vereinsleben beim PHTV auszahlt.

    Auf der Seite des ÖFT erfahren Sie mehr. Weitere Informationen auf Youtube (Pferdeübung und Siegerinterview), auf Facebook Watch und auf der Seite des PHTV.